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Die Geschichte des Passepartouts

Die Anfänge des Passepartouts können wahrscheinlich mit dem Sammlerwesen im Frühbarock in Verbindung gebracht werden. Vorläufer des Passepartouts waren stärkere Papiere, die mit Linien und farbigen Randbordüren versehen wurden. Beispiele: Das Dürerblatt in der Albertina, Aquarelle des 19. Jahrhunderts im Kupferstichkabinett der Akademie, Wien u.a.

Joseph Meder schreibt in seinem Werk "Die Handzeichnung": Erst im 17. Jahrhundert scheint sich die Einzelaufstellung auf losen Kartons durchgesetzt zu haben. Vornehme Sammler wie Jabach ließen sich die nach ihrer persönlicher Anschauung hervorragenden Blätter aufmontieren und schmückten sie mit linearen Umrandungen. Die dadurch erreichte Einheitlichkeit der Blätter zeigte in ihrer besonderen Art den Besitzer an und hatte außerdem vermutlich rein ordnungstechnische Gründe.

Auf wirklich alte Original-Passepartouts treffen wir heute kaum noch. Das ist verständlich, da die guten Arbeiten, die sie umgaben, neu gerahmt wurden, damit sie durch das aus heutiger Sicht schlechte Material nicht angegriffen werden. Manches Passepartout aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hat aber noch überdauert und viele Passepartouts vom Beginn des 20. Jahrhunderts können wir heute auf Flohmärkten und im Antikhandel finden. Oftmals sogar in sehr interessanten Ausführungen. Runde Ecken waren um die Jahrhundertwende sehr beliebt. Um die Ausschnitte herum befinden sich häufig Blind- und Goldprägungen. Viele Passepartouts mit Elementen des Jugendstils sind wunderschön.

Das Foto fand immer weitere Verbreitung, es hatte damals einen weitaus höheren Stellenwert. Da es sich auf Standardmaße vergrößern ließ, wurden hierfür bereits in dieser Zeit Passepartouts in hoher Stückzahl gefertigt.

Überhaupt sind Foto und Passepartout von Anbeginn an untrennbar miteinander verbunden. Bis zum 2. Weltkrieg findet man nur wenige gerahmte Fotos, bei denen auf ein Passepartout verzichtet wurde. Nach dem Krieg verschwand das Passepartout ein wenig, die Menschen hatten sich um anderes zu sorgen. Um 1960 wurden die weiße Raufasertapete und der Nurglas-Bilderhalter modern. Mit genügend Abstand von den Bildern bildeten die weißen Wände ein hervorragendes Passepartout um die Motive. So ließen sich Bilder auch ohne Passepartout gut präsentieren.

Natürlich hatte das Passepartout, das immer auch konservatorische Aufgaben hat, beim ernsthaften Grafik- und Fotosammler auch direkt nach dem Krieg einen hohen Stellenwert. Es rückte aber aus dem Blickfeld der breiten Bevölkerung heraus. Wer seine Wohnung gemütlicher gestalten wollte, kaufte in den Kaufhäusern oder beim Einrahmer kostengünstige, dekorative Einrahmungen und verzichtete aus Kostengründen erst einmal auf das Passepartout.

Es wurde üblich, gestanzte Papier-Passepartouts in Wechselrahmen einzulegen, das kostenaufwendigere Schrägschnitt-Passepartout wurde vom normalen Verbraucher kaum nachgefragt.

Das änderte sich mehr und mehr in den 70-iger und 80-iger Jahren. Mit zunehmendem Wohlstand konnten sich die Menschen auch wieder ein Schrägschnitt-Passepartout leisten und diejenigen, die es ihnen verkaufen wollten, die Einrichtungshäuser, Kaufhäuser und auch die Künstler traten immer mehr in Konkurrenz zueinander. Sie mussten ihre Arbeiten immer besser präsentieren, um sich von ihren Konkurrenten abzusetzen.

Nun stöbert der engagierte Grafiksammler gern in Mappen, und für ihn ist es ohne Bedeutung, ob eine Zeichnung/ein Aquarell im Passepartout gezeigt wird oder nicht. Denn er kann sich aus seinem Wissen, seiner Erfahrung heraus immer die fertig gerahmte Arbeit vorstellen. Für eine nicht fachkundige Kundin aber, die z.B. durch Schöner wohnen angeregt, eine Grafik für ihr Esszimmer sucht, zeigt diese im Passepartout weitaus mehr ihre künftige Wirkung und das dürfte keineswegs unerheblich für die Kaufentscheidung sein.

1990 verkauften wir 95% unserer Passepartouts im Bereich Kunst, während der Bereich Foto nur 5 % vom Umsatz ausmachte. So war auch Werbung im Bereich Fotografie, insbesondere auch bei den engagierten Amateurfotografen um 1990 herum noch relativ erfolglos. 1993 brachte sie bereits gute Erfolge und seitdem nimmt der Anteil der professionellen und semiprofessionellen Kunden aus dem Bereich Foto stetig zu und hat 1998 die 50%-Grenze beim Umsatz überschritten.

1992 wurde die erste computergesteuerte Passepartout-Schneidemaschine von der Firma Gunnar, Schweiz, angeboten. 1993 setzten wir als einer der ersten Betriebe eine dieser Maschinen ein. Bis dahin gab es nur manuell zu bedienende Geräte. Die Passepartout-Herstellung wurde dadurch allgemein einfacher und konnte im Auflagenbereich reduziert werden. Außerdem konnten wir nun Mehrfachausschnitte sehr preisgünstig anbieten. Diese tauchten seitdem vermehrt auf.

 

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Kerstin Harms..







...ist als neue Inhaberin der Passepartout-Werkstatt  für die Geschäftsführung und dem Kundenkontakt zuständig.
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