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Einführung und Theorie

Diese Einführung soll einige wichtige Begriffe erklären, die wir zur Kommunikation über FineArtPrints unbedingt benötigen. Wir versuchen bei dieser Gelegenheit auch gleich, mit einigen Missverständnissen aufzuräumen und etwas Klarheit in die neue Terminologie der Digitalfotografie zu bringen.

Dateiformate: Das praktischste Dateiformat für die Übertragung Ihrer Bilder ist JPG (auch JPEG – von Joint Photographics Expert Group) – einem Kompressionsalgorithmus extra für Bilder, der immer noch einen sehr guten Kompromiss zwischen Kompression und Qualität bereitstellt. Ihre Originaldatei im höchsten Qualitätsmodus in ein JPG gewandelt, verkleinert die Datei auf etwa 10 Prozent ohne sichtbar an Qualität zu verlieren.

(Wer's nicht glaubt, kann den folgenden Versuch nachmachen: Originaldatei RAW mit Photoshop ACR zu einer 24bit Datei mit 4288 x 2848 px entwickelt. als TIFF verlustfrei gespeichert: 35,03 MB.
Die gleiche Datei als JPG in Qualitätsstufe 10 speichern (3,75 MB). Originaldatei öffnen, JPG-Kopie öffnen, alles auswählen, ausschneiden und als neue Ebene über die Originaldatei legen. Den Überblendungsmodus auf "Differenz" setzen – sichtbar werden nun nur die Unterschiede beider Bilder – Urteilen Sie selbst!)

Dateiformat Größe [MB]
Original TIF ohne Kompression 35,03
TIF+LZW (verlustfrei) 19,35
JPG Qual.12 (beste Qualität) 9,85
JPG Qual.10 3,75
JPG Qual.5 1,17

JPEG Dateien im hohen Qualitätsmodus sollten der Regelfall sein. In besonderen Fällen sind auch die (völlig verlustfreien) TIF Formate willkommen. Bei Photoshop Dateien (PSD) sollten Sie darauf achten, dass keine Ebenen mehr vorhanden sind, insbesondere keine mit Schriften.

Schicken Sie Ihre Dateien im RGB-Farbmodus (das kann auch bei S/W Aufnahmen nicht schaden). GIF oder PNG Dateien mit indizierten Farben haben bei uns nichts zu suchen, denn dafür ist unser Druckverfahren zu aufwändig und zu teuer.

Bit-Tiefe: Auch hier gilt: In der Regel senden Sie uns Dateien mit 8bit Farbtiefe, also 24bit/pixel. (im JPG Format ist dies ohnehin vorgegeben). Wenn ihre Bildquelle (RAW-Dateien oder Scanner) eine höhere Bit-Tiefe erlauben, so sollten Sie damit in ihrer Bildbearbeitung arbeiten. Skalierungen, Tonwertberechnungen, etc. können von dem größeren Dynamikumfang profitieren. Vor der Druckausgabe, also auch vor der Übertragung an uns, sollten Sie Ihre Dateien in den 8-bit Modus bringen (vorausgesetzt, wir sollen daran keine Retuschearbeiten mehr vornehmen, aber das ist ein Sonderfall).

Auflösung, ppi und dpi: Fangen wir mit den Abkürzungen an: dpi stehen für "dots per inch", also "Punkte pro Zoll"; ppi für "pixel per inch" korrekt übersetzt also "Bildelemente pro Zoll" - (Zur Erinnerung: 1 Zoll = 1 inch = 25,4 mm). Und in der Tat unterscheiden die häufig vertauschten ppi und dpi sich durch die Eigenschaft, dass ppi eine komplette Farbinformation enthalten, dpi aber nicht. Jedes der "Pixel pro Zoll" besteht aus typischerweise drei Farbwerten für die Komponenten Rot, Grün und Blau. Mit ppi bestimmen wir später die Auflösung des Bildes in der Vergrößerung.

Die dpi kommen eigentlich noch aus den klassischen Druckverfahren und bezeichnen die Rasterweite der Halbtonraster, in denen unterschiedlich große Punkte zur Simulation unter­schiedlicher Tonwerte abgebildet werden. Ein "dot per inch" kann also nur einen bestimmten Tonwerteindruck einer einzigen Druckfarbe wiedergeben. Daraus folgt dann auch logischerweise, dass ich sehr viele "Dots" benötige, um die Bildinformation eines Pixels wiederzugeben. Damit wird klar, warum ich einen Tintenstrahldrucker mit z.B. 2880 dpi einsetzen muss, um ein Bild mit 300ppi einigermaßen wiedergeben zu können.

Merke: Scannerauflösungen und Ausgabeskalierungen von Bildern werden in ppi ange­ge­ben, Druckerauflösungen und Rasterweiten in dpi.

Die Auflösung eines Bildes wird von der Pixelzahl bestimmt. Ihre Digitalkamera Canon EOS 10D beispielsweise erzeugt Bilddateien mit einer Pixelzahl von 3072 Pixel mal 2048 Pixel (pixel = picture elements). Pixel sind dimensionslos, d.h. ein solches Bild hat keine bestimmte Größe. Erst bei der Ausgabe bestimme ich, in welcher ppi Ausgabeskalierung ich die Bilddatei ausgeben möchte. Setze ich hier beispielsweise 300ppi an, so kann ich aus der Originaldatei ohne Neuberechnung ein Bild der Größe ca. 10 Zoll x 6,8 Zoll erzeugen (3072p / 300 ppi = 10,24in; 2048p / 300ppi = 6,83in). 300ppi erreicht in der Regel das Maximum an Schärfe, das ein heutiger Drucker wiedergeben kann. Für große Drucke (die auch mit einem größeren Abstand betrachtet werden) ergeben 200ppi immer noch hervorragende Ergebnisse. Die gleiche Datei erzeugt mir so ein Bild von der Größe (3072p / 200 ppi = 15,6 in, usw.) 15,6 x 10,24 Zoll.

Merke: für die Auflösung einer Bilddatei ist nur die Zahl der Pixel ausschlaggebend. Zusammen mit einer Ausgabeskalierung (ppi) lege ich die Ausgabegröße fest. Typische Werte sind:

300 ppi

Hervorragend! Etwa das Maximum, was Tintendrucker heute können und auch das Maximum dessen, was das Auge bei üblichen Betrachtungsabstand auflösen kann

200 ppi

Perfekt! Fast so gut wie 300ppi bei kleineren Drucken (A4), für größere Drucke hervorragend

150 ppi

Sehr gut für große Drucke, in Ordnung für kleinere Drucke

100 ppi

Gut für große Drucke und Poster, für kleine nicht geeignet

Scannerauflösungen werden typischerweise in ppi angegeben – bezeichnet wird die Zahl der Pixel, die pro Wegeinheit abgetastet werden kann. Hier muss ich bei der Einstellung des Scanners darauf achten, dass entscheidend wieder die Zahl der Pixel in der erzeugten Datei sind: Scanne ich z.B. ein KB Negativ (24x36mm, ca. 1 x 1,5 Zoll) und möchte eine ähnliche Datei, wie in dem vorangegangenen Beispiel aus der Digitalkamera erzeugen, so muss ich die Vorlage mit ca. 2000ppi scannen. (1in x 2000ppi = 2000p). Aber aufgepasst: Scanner bieten häufig extrapolierte (hochgerechnete) Auflösungen an, die nichts mit ihrer wirklichen Auflösungsfähigkeit zu tun haben. Obere Grenze ist immer die native "optische" Auflösung!

Möchte ich die gleiche Datei von einer Vorlage in Postkartengröße scannen, reicht eine Scanauflösung von 500ppi (ca. 4in x 6in gescannt mit 500ppi = 2000p x 3000p).

Zu bemerken ist, dass das Scannen von Negativen dem Scannen von Aufsichtsvorlagen (= Abzüge) immer vorzuziehen ist. Das liegt an der Dynamik:

Dynamikumfang: Für digital vorliegende Bilder bezeichnet der Dynamikbereich das Verhältnis zwischen dem größten und kleinsten Helligkeitswert eines digitalen Bildes. In der Fotografie bezeichnet man dies meist mit Kontrastumfang und gibt diesen in Blenden an. Wichtig ist es, zu wissen, dass alle fotografischen Wiedergabeverfahren nur einen Bruchteil des Kontrastumfangs der fotografierten Szene wiedergeben können. Typische Papierabzüge oder auch Drucke haben einen Kontrastumfang von 100:1 (= das dunkelste Schwarz ist 100x dunkler als das hellste Weiß). Gemessen wird dieser Wert klassisch als Dichte – in diesem Fall 2.0 (die Dichte ist der Log10 des Kontrastumfangs). Ein Negativfilm liefert unter optimalen Bedingungen Dichtewerten bis 3,0 (= 1000:1), ein Diafilm sogar bis zu 4,0 (= 10000:1 ! ) – ein Wert, den auch (sehr) gute Scanner erreichen. Damit wird auch klar, warum der Scan eines Negativs oder Dias dem Scan eines Papierbildes oder gar einer Buchseite vorzuziehen ist: Es werden einfach viel mehr Bildinformationen in die Datei gebracht, die man durch geschickte Weiter­verarbei­tung dann auch versuchen kann, im digitalen Prozess auf's Papier zu bringen !

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