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Befestigen / Aufziehen

Befestigen

Ob eine Arbeit zu befestigen oder aufzuziehen ist, hängt vom Wert der Arbeit ab.

Wertvolle Originale, ob Grafik oder Foto, sollten niemals aufgezogen werden, da dies ihren Wert mindert. Sie sollten immer nur befestigt werden und das möglichst ohne jeglichen direkten Kontakt zum Blatt selbst.  Schwere Büttenpapiere bei Grafiken, Barytpapiere beim Foto arbeiten nun einmal. Dies muss dem Kunden, der heute eher eine glatte Oberfläche vorzieht, erklärt und näher gebracht werden. Wenn der Kunde Blätter dieser Art längerfristig rahmen möchte, sollten ihm aus konservatorischer Sicht stärkere PPs empfohlen werden bzw. es sollte ihm ein Vorschlag gemacht werden wie ein größerer Abstand der Arbeit zum Glas zu erreichen ist. Sehen Sie hierzu auch die PP-Stärke und ggf. Das Doppel-PP.

Die Probleme, die sich beim Befestigen von Papier ergeben, bestehen darin, dass Papier ähnlich wie Holz arbeitet. Anders ausgedrückt, es zieht sich in Perioden mit trockener Luft zusammen bzw. dehnt sich in Perioden mit hoher Luftfeuchtigkeit aus. Das muss bei jeder Art der Befestigung berücksichtigt werden. Wenn Sie Grafik– bzw. Fotoecken einsetzen (siehe unter Sonstiges Nützliches), dürfen diese nicht alle 4 am Blatt anliegen, sondern die unteren müssen dem Blatt seitlich Raum zum Sich - Ausdehnen geben, die oberen müssen dies seitlich und nach oben tun.

Dies gilt genauso beim Befestigen zwischen Papierstreifen bzw. beim punktierten Ankleben, das möglichst wirklich nur an einem Punkt, bei größeren, schwereren Blättern notgedrungen an zwei oberen Punkten, erfolgen sollte, sodass sich das Blatt unter dem PP ansonsten in alle Richtungen frei ausdehnen kann.

Wenn Sie ein Original ankleben bzw. mit Fälzeln befestigen wollen, können Sie filmoplast P bzw. filmoplast P90 benutzen, wir empfehlen wir Ihnen aber Randstreifen von Briefmarkenblöcken. Diese erfüllen alle konservatorischen Vorraussetzungen: Holzfreies Papier, alterungsbeständiger Klebstoff, rückstandslose Wiederablösbarkeit.

Das Befestigen mit Papierstreifen

Für die Herstellung der Papierstreifen reicht holzfreies Schreibmaschinenpapier aus. Kleben Sie an den Rand des Blattes einen z.B. 13 mm breiten Doppelklebestreifen und schneiden Sie dann einen 18 mm breiten Streifen ab, sodass Sie später 5 mm haben, unter denen das Blatt gehalten wird.

In unserer linken Skizze gehen wir davon aus, dass diese/r Streifen auf die Rückwand geklebt wird, fast sinnvoller ist es jedoch ihn bündig*) zum PP-Ausschnitt auf die Rückseite des PPs zu kleben, wie in der rechten Skizze angedeutet.

 

Ein Streifen reicht, Sie können auf den oberen verzichten. Und wenn Sie nun auf die andere Seite auch noch einen Streifen kleben und PPs mit auf rechnerische Mitte gesetzten Ausschnitten benutzen (wozu wir Ihnen keineswegs raten - praktisch und bequem ist es aber) haben Sie ein hervorragendes Wechselsystem für Ihre Blätter/Fotos bei Ausstellungen, das diese vollkommen unbeschädigt lässt.

*) Wenn Sie den Streifen sogar 1 mm in den Ausschnitt hineinragen lassen, haben Sie es später einfacher das Blatt/das Foto dahinter zu bekommen.

 

Aufziehen

Überall da, wo es sich um Reproduktionen von Originalkunst handelt, um Fotos, bei denen nicht der Handabzug und eine limitierte Auflage im Vordergrund steht, sondern die Sie beliebig wieder vom Negativ abziehen können, sollten Sie aufziehen. 

Nur dies gewährleistet das dauerhafte perfekte Erscheinungsbild der Rahmungen. Sie sollten vor allem nie Arbeit und Kosten scheuen, wenn es sich z.B. um repräsentative Produktfotos im Besprechungszimmer eines Betriebes oder ähnlich öffentlichkeitswirksame Einsatzbereiche handelt.

Bei sehr kleinen Fotos, z.B. bis zum Format 10 x 15 cm oder bei kleinen Reproduktionen auf stärkerem Material, z.B. des Drucks Ihres Aquarells als Postkarte, ist ein Aufziehen überflüssig, vor allem letztere wird in einem Rahmen 24 x 30 cm unter PP gezeigt, immer glatt bleiben.

Sie haben auch wenig zu befürchten, wenn Sie einen Fotoabzug 30 x 45 cm über das Wochenende in einer Ausstellung in den gut temperierten Räumen des Rathauses zeigen wollen. War er beim Einrahmen glatt, wird er es für diese Zeitdauer auch bleiben. Soll die Ausstellung aber 6 Wochen hängen und findet sie in einer Bauernhaustenne statt, die zwar ein sehr schönes Ambiente haben mag, bei der aber Innenklima gleich Außenklima ist, sollten Sie dieses Risiko nicht eingehen.

Sie können

- nass aufziehen, was diverse Vorteile hat, u.a. sehr kostengünstig ist, aber auch sehr viel Erfahrungen voraussetzt, wenn Sie nicht erheblichen Ausschuss produzieren wollen

- heiß aufziehen, dann möglichst mit einer Vakuumpresse, die am ehesten unebene Barytpapiere zu glätten vermag, in der Anschaffung aber relativ teuer ist und auch einigen Platzbedarf hat

- mit Sprühkleber arbeiten. Einige schwören darauf, wir nicht. Trotz unserer Ansicht nach richtiger Verarbeitung kam es bei uns nach einiger Zeit zur Blasenbildung. Auch die gesundheitsschädlichen Ausdünstungen, die ein Arbeiten bei offenem Fenster und späteres Lüften notwendig machen, sind lästig

- mit Aufziehfolie arbeiten, was wir Ihnen empfehlen und wofür wir Ihnen gudy 831 Aufziehfolie in 40 cm bzw. 61 cm Breite anbieten

- andere beauftragen, aufzuziehen, was Sie dann halt bezahlen müssen.

 

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