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Rahmungskomponenten

Vor dieser Seite sei gewarnt. Sie ist arg theoretisch und sie ist übrigens als  Grundlage für die Programmierer des "Online Framing Studios" entstanden. Sie dürfte aber auch für normale Menschen interessant sein, die theoretische Betrachtungen mögen.  

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Rahmungsaufbau bei Grafik/Fotos

Der Begriff Grafik wird im weitere hier als Sammelbegriff für Zeichnungen, Aquarelle, Radierungen und auch Fotos verwandt.

Maßdefinitionen

Das PP-Außenmaß von 8 x 10 cm. Das Falzmaß es Rahmens beträgt 8,2 x 10,2 cm. Die Leiste hat eine Gesamtbreite von 1,5 cm, der Falz ist 0,5 cm breit. daraus ergibt sich ein Lichtmaß von 7,2 x 9,2 cm und ein Rahmen-Außenmaß von  10,2 x 12,2 cm.

Falzmaß = Bildmaß + Falzmaßzugabe.

Die Falzmaßzugabe beträgt bei Rahmen <= 60 x 80 cm = 0,2 cm, bei Rahmen  > 60 x 80 cm = 0,3 cm.

Das Falzmaß eines Rahmens 40 x 50 ist demnach 40,2 x 50,2 cm - bei einen Rahmen 62 x 93,5 cm beträgt es 62,3 x 93,8 cm.

Lichtmaß = Bildmaß + Falzmaßzugabe - (2 x Falzbreite).

Bei einer Falzbreite von 0,7 cm wäre das Lichtmaß eines 30 x 40 cm großen Rahmens 28,8 x 38,8 cm.

Außenmaß = Bildmaß + Falzmaßzugabe + (2 x Leistenbreite) - (2x Falzbreite).

Bei einer Leistenbreite von 3 cm und einer Falzbreite von 0,7 cm wäre das Außenmaß eines 30 x 40 cm großen Rahmens 34,8 x 44,8 cm.

Theoretisch möglicher Rahmungsaufbau

Eine Rahmung für Grafik/Fotos kann theoretisch (der Buchstabe "n" steht dabei für beliebig viele) aus

  • 0 - n Rahmen
  • 0 - 1 Slipleiste
  • 1 Glasscheibe 
  • 0 - 1 Abstandshalter
  • 0 - n Passepartouts (ggf. mit Schattenfugen)
  • 0 - 1 Bildern (pro Ausschnitt)
  • 0 - 1 Bildträger (Zwischenlegrückwand - Bildträger)
  • 1 Rückwand (ggf. auch Bildträger)
  • 0 - n Bilderhöhungen
  • 0 - 1 Abschlussrückwand (nur bei Holzleisten)

bestehen. Grafisch könnte man das Gesagte wie folgt darstellen:

Hier nun eine "normale" konservatorische Rahmung im Schnitt. Mehr finden Sie auf der Seite Die konservatorische Rahmung.

Zur Illustration hier eine Rahmung mit 3-fach-Passepartout:

Weiter eine Schaukastenrahmung bestehend aus einer sichtbar in die Gestaltung der Rahmung einbezogenen Abstandsleiste, gefolgt von einem Doppel-PP mit Schattenfugen und einer Arbeit die auf eine Bilderhöhung befestigt ist und die dadurch in dieser bühnenartigen Einrahmung schwebt.

 

Lassen Sie uns die einzelnen Bestandteile der hier vorgestellten Grafikrahmungen genauer betrachten:

 

Der Rahmen

Grafikleisten in Holz

Der Begriff Grafikleisten steht für eine Gruppe von Leisten die im Gegensatz zu Gemäldeleisten meist schmaler und schlichter sind. Sie können aber auch diverse Formen aufweisen, die letztlich auch die Gesamtwirkung des Bildes beeinflussen. Darauf wird unter "Leistenformen" näher eingegangen. Für unsere Betrachtungen ist nur die Grundform der Leiste wichtig.

 Grafikleisten in Alu

waren bei Ihrer Entstehung schmal und entsprechend dem Material gräulich silbrig. Inzwischen sind sie ebenso wie Holzleisten in diverse Formen und Farben erhältlich. Ihr Ursprung liegt aber bei der schlichten, schmalen Leiste. So schmal und zurückhaltend, wie ein Rahmen in Holz häufig nicht zu realisieren ist. Sie wurden gerade von den Künstlern/Fotografen begrüßt, die einen möglichst zurückhaltenden, der Arbeit möglichst viel Freiraum einräumenden Rahmen bevorzugen. Als Wechselrahmen mit festen Maßen verarbeitet, ähnelt Ihr Profilquerschnitt dem eines Holzrahmens. Als Individualrahmen gefertigt, unterscheidet sich das Profil deutlich. Siehe hierzu ggf. Montage von ALU-Rahmen (sorry - noch nicht fertig - folgt bald).  

 

Auch die breitere Aluleiste zeigt die für Aluleisten typische Begrenzung der Füllhöhe, die bei Holzleisten relativ leicht durch das "Erhöhen der Füllhöhe" umgangen werden kann.

Slipleisten

wird eine Gruppe von Leisten genannt, die die Möglichkeit eröffnet insb. schlichte Holzrahmen aufwerten.

Das Ergebnis ist letztlich häufig ein Leistenprofil das an eine "übliche" Leiste mit "Nase" erinnert wie Sie überall auf der Welt anzutreffen ist. 

 

Ein Foto verschiedener Slip-Leisten

folgt bald

 

Nichts desto trotz haben Slipleisten seit langem und immer noch ihre Berechtigung, da sie eine Vielzahl von Kombinationen ermöglichen. Die Kleinen unter ihnen können auch gut als "Passepartoutleisten" verwendet werden.

Glas

das Glas schützt die Grafik vor Beschädigung, aber auch vor dem Einstauben. Grundsätzlich kann zwischen Floatglas, Museumsglas und Plexiglas unterschieden werden.

Abstandshalter 

können "unsichtbar", im Falz des Rahmens versteckt eingesetzt werden gibt es in verschiedenen Höhen und sie sind dann meistens aus glasklarem Plastik gefertigt.

Sie können aber auch aus holz sein und dann verschiedenste Oberflächenausführungen haben. traditionell werden sie aber in Goldtönen gefertigt und sehen zu schwarzen Leisten hervorragend aus.

Foto einer Rahmung mit sichtbarer Einlegeleiste

Gerade beim gestalterischen Einbeziehen, können Sie auch gut in Verbindung mit Passepartouts verwand werden.

Das Passepartout

sollte um seine konservatorische Aufgabe, dem Abstand schaffen zwischen Glas und Rahmen, erfüllen zu können mindestens 1,4 mm stark sein. Bei stark arbeitenden Papieren, wie z.B. schwerem Büttenpapieren, muss es auch allein aus konservatorischer Sicht dicker sein. Aber auch rein ästhetische Gründe können für die Wahl stärkerer PPs, mit wesentlich imposanterem Schrägschnitt, ausschlaggebend sein. Theoretisch betrachtet kann ein Passepartout aus

  • 1 - n Ausschnitten
  • 0 - n Dekorationen
  • 0 - n Prägedrucke

bestehen. Weitere Infos siehe unter Theorie/  Passepartout.

Schattenfugen zwischen Passepartouts können sehr interessante Gestaltungsergebnisse hervorbringen und Sie lassen sich auch kostengünstig aus Rest-/Abfallmaterialien herstellen. Wenn Sie der Preis nicht scheut, könnten es aber auch "unsichtbare PPs" sein, die Sie dann ca. 1cm kleiner als das darüber liegende sichtbare Passepartout bestellen und die lediglich dazu dienen die Schattenfuge zu bilden. 

Zwischenlegrückwand

Sie bildet bei der konservatorischen Rahmung die Zwischenlage, den Puffer, zur häufig säurehaltigen aber stabilen eigentlichen Rückwand. Die Zwischenlegrückwand sollte aus mindestens 400 gr. schwerem Karton, besser noch stärker gewählt werden. Auf die Zwischenrückwand kann verzichtet werden, wenn die eigentliche Rückwand aus Material in Museumsqualität besteht.

Rückwand

Bis zu Größe von ca. 50 x 60 cm kann eine Rückwand aus problemlos aus ca. 1,7 mm starkem Museumskarton gefertigt werden - auf eine besondere Zwischenlegrückwand kann dann verzichtet werden. Bei größeren Rahmenformaten kann z.B. Hartfaser eingesetzt werden, die im Hinblick auf eine mechanische Beschädigung eine hohe Sicherheit bietet, aber auch stark säurehaltig ist. Bei entsprechenden konservatorischen Anforderungen wird dann eine Zwischenlegrückwand eingefügt.  

Werden wenig hohe konservatorische Anforderungen an die Rückwand gestellt, so kann diese immer aus Hartfaser oder auch diversem anderen kostengünstigen Rückwandkartons sein.

Bilderhöhungen

sind mehr oder weniger dicke Kartonmaterialien die "unsichtbar" unter das Bild gefügt werden, sodass dieses in der Rahmung schwebt. Bei entsprechendem aufwendigen PP-Aufbau können interessante Bühnen-/Schaukasteneffekte erreicht werden.

Abschließende Rückwand

Der Einsatz ist nur bei Holzrahmen möglich. Meist wird das sogenannte Paket, sprich in der Regel aus dem Glas, dem PP, der Arbeit und der Rückwand besteht staubdicht verklebt. Konservatorisch vorteilhafter ist eine sogenannte abschließende Rückwand die ein Luftpolster zur eigentlichen Rückwand erzeugt. 

Bei der Berechnung kann nicht automatisch die Leistenbreite zu Grunde gelegt werden, da das Leistenprofil nach innen anfallen kann. Deshalb wird die sogenannte "Leistenauflage" zur Berechnung heran gezogen.

Die Formel für die Berechnung der abschließenden Rückwand lautet.

Maß Abschließende Rückwand = Bildmaß + Falzmaßzugabe + (2 x Leistenauflage).

 

Rahmungsaufbau bei Ölgemälden

Nähere Erläuterungen folgen bald.

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